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WK 28

Am 20.Januar 2013 wählen wir in Niedersachsen die Abgeordneten für den Landtag neu.

Die Mitgliederversammlung vom 9.Februar 2012 hat sich entschieden, die Bewerbung von Jasmin Arbabian-Vogel zu unterstützen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Peggy Keller, Jörg Lohmann und Michael Höntsch für ihre interessanten Bewerbungen und ihr beachtliches Engagement.

Zum Wahlkreis 28 gehören die Stadtteile Oststadt, List, Mitte, Nordstadt und Vahrenwald.



Jasmin Edit

Jasmin Arbabian-Vogel

Jasmin Arbabian-Vogel

Ich bin 43 Jahre jung und stamme aus einem binationalen deutsch-iranischen Elternhaus. Bis 1986 habe ich in Teheran gelebt und lebe seit der Emigration im Juli 86 in Hannover. Nach meinem 2. Abitur (das iranische Abitur wurde in Deutschland nicht anerkannt) studierte ich bis 1995 an der TU Hannover Politische Wissenschaft und Sozialpsychologie und beendete das Studium im Oktober 1995 mit dem Abschluss Magister Artium.

Unmittelbar nach dem Studium gründete ich den bundesweit ersten ambulanten Alten- und Krankenpflegedienst mit Schwerpunkt auf die Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund. Dieser Schwerpunkt ist in 2005 ergänzt worden um das Spektrum der Versorgung von Menschen mit Demenz, so dass der Betrieb nun zusätzlich zum ambulanten Sektor noch 5 Seniorenwohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in den Stadtteilen List, Roderbruch, Ledeburg, Stöcken und Davenstedt versorgt. Eine in 2008 installierte Tagespflege für Menschen mit und ohne Demenz in der Nordstadt hat das Leistungsspektrum komplettiert. Inzwischen arbeiten insgesamt 70 MitarbeiterInnen aus 15 Nationen im Unternehmen.

Seit 1997 bin ich Mitglied der SPD. Zunächst noch aktiv im Ortsverein tätig, blieb mit zunehmendem Wachstum des Betriebes immer weniger Zeit für mein ehrenamtliches Engagement.

Seit 2009 bin ich wieder aktiv tätig, zunächst als beratendes Mitglied für die Ratsfraktion im Sozialausschuss der Landeshauptstadt Hannover und seit Mitte 2011 als Mitglied im Vorstand des SPD-Stadtverbandes.

Unabhängig vom Grad meiner Parteiaktivitäten stand und bin ich Sozialdemokratin durch und durch. Meine kulturelle Herkunft, die eigene Emigration und mein beruflicher Werdegang spielen hierbei natürlich eine entscheidende Rolle. Auch wenn es auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, dass eine hauptsächlich unternehmerisch tätige Frau in der Sozialdemokratie beheimatet ist, der zweite Blick klärt hingegen auf: denn der von mir gegründete Betrieb ist ein Unternehmen aus dem sozialen Sektor und dementsprechend ist die gesamte Ausrichtung des Betriebes die eines sozial engagierten Unternehmens. All diejenigen Themen, für die auch die sozialdemokratische Politik steht, finden in diesem Unternehmen ihre Entsprechung. Als Beispiele hierfür dienen das praktizierte flexible Arbeitszeitmodell, das insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert, ebenso wie das Besetzen von Führungspositionen durch weibliche Mitarbeiterinnen, das die berufliche Förderung von Frauen zum Ziel hat. Auch das Thema Entlohnung bzw. Mindestlohn war und ist in diesem Betrieb kein Thema: denn bereits seit Entstehung des Betriebes werden Löhne deutlich über dem Satz des Mindestlohnes gezahlt.

Für das soziale Engagement  und sein besonders Familien- und Frauenförderndes Modell erhielt das Unternehmen in 2008 den Wirtschaftspreis der Landeshauptstadt Hannover.

Zweifelsfrei sind die Jahre meiner beruflichen Selbständigkeit sowie die letzten drei Jahre als aktives Mitglied der SPD prägend hinsichtlich meiner Person. Wesentliche Themen, die für mich aus den unterschiedlichsten Gründen eine hohe Bedeutung haben, habe ich im Anhang des Bewerbungsschreibens zusammengefasst.

Privat stand das Jahr 2011 für mich im Zeichen des Umbruchs, denn die Trennung und anschließende Scheidung von meinem Ehemann erfolgten in 2011 sowie der Neubeginn in meiner jetzigen Partnerschaft. Im Januar 2012 erfolgte dann der Umzug nach Vahrenwald. Aus diesem Grund habe ich meinen vorherigen Ortsvereinsvorsitzenden gebeten, meine Ortsvereinszugehörigkeit dementsprechend zu ändern, da sich mein Lebensmittelpunkt nunmehr nach Vahrenwald verlagert hat.

Die Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach Vahrenwald hat auch zur Folge, dass ich dadurch eine größere Nähe zum Lebensmittelpunkt unserer insgesamt 6 Kinder habe, von denen 4 im Stadtteil List persönlich (Freunde, Sportverein, etc.) und schulisch (IGS List) seit ihrer Geburt verankert sind.

Mir ist bewusst, dass die Ausübung eines Landtagsmandates mit all seinen Verantwortlichkeiten und eine zeitgleiche Präsenz und Aufgabenwahrnehmung im Wahlkreis und seinen Stadtteilen und Ortsvereinen mit der Geschäftsführung eines Betriebes schwer vereinbar ist. Aus diesem Grund werde ich im Falle einer erfolgreichen Kandidatur meine geschäftsführende Tätigkeit im Unternehmen beenden und die Geschäftsführung des Betriebes vollständig der ersten Pflegedienstleitung übertragen.

Denn ohne eine persönliche und inhaltliche Nähe zu den Ortsvereinen und dem Wahlkreis ist aus meiner Sicht eine angemessene Mandatsausübung nicht möglich. Gute Kommunikation mit den Mitgliedern und den Beteiligten ist unerlässlich ebenso wie der kontinuierliche Einsatz neuer Medien (Internet, Impulsinformationen per E-Mail-Letter, Facebook), der die persönliche Präsenz in den Veranstaltungen der Ortsvereine und in den Stadteilen sinnvoll ergänzen muss.

Ich hoffe dass es mir gelungen ist, Euch einige Einblicke zu meiner Person zu geben. Und ebenfalls hoffe ich, Euch Antworten gegeben zu haben auf die Frage, wofür ich stehe.

Versichern kann ich Euch, dass ich mich stets für die in meinem Positionspapier dargelegten Themen und Ziele eingesetzt habe und auch weiterhin einsetzten werde, von denen ich überzeugt bin und für die ich einstehe.
 

Meine Positionen

Für mich sind im Wesentlichen drei Dinge prägend: zum einen habe ich einen „klassischen“ Migrationshintergrund, zum anderen habe ich unmittelbar nach Beendigung des Studiums den Weg der Selbständigkeit gewählt und Letztens bin ich weiblichen Geschlechts.
Sowohl in der Arbeit als Selbständige wie auch in der Verbands- und Vereinsarbeit dominieren 4 Themenbereiche und fungieren als „roter Faden“.
Diese 4 Themenbereiche sind nachfolgend aufgeführt. Alle Bereiche haben Überschneidungspunkte und sind miteinander verknüpft, so dass eigentlich kein Bereich solitäre Bedeutung hat:
 

1. Migration
Als Migrantin mit sowohl deutschen wie auch iranischen Wurzeln ist dieser Themenbereich für mich schon aus persönlichen Gründen von Bedeutung. Die Verbesserung der Bildungs- und Teilhabechancen von Menschen mit Migrationshintergrund ist mein klares politisches Ziel. Angesichts unserer demographischen Entwicklung bin ich überzeugt, dass wir zukünftig sowohl eine Klarheit in der Zuwanderungspolitik brauchen, wie auch eine deutliche Verbesserung bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.
 

2. Arbeit
Der demographische Wandel hat bereits heute Auswirkungen auf die Betriebe und den Arbeitsmarkt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat bisher ebenso wenig wie die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf Einzug in die betriebliche Realität genommen. Auch beim Thema Mindestlohn gibt es erhebliches Potenzial, denn von Arbeit muss man leben können! Und dies gelingt einer Vielzahl von Beschäftigten insbesondere aus dem Niedriglohnsektor zunehmend schwieriger.
 

3. Pflege / Soziales / Senioren
Die Bedeutung dieses Themenbereiches für mich ergibt sich aus meiner beruflichen Heimat. In der täglichen Arbeit eines Betriebes aus der Gesundheitsbranche und damit aus dem sozialen Bereich sind mir die Belange von Menschen mit Behinderungen bzw. von Menschen mit chronischen Krankheiten und pflegebedürftigen Menschen, insbesondere die der Senioren, stets präsent. Meine Arbeit im Bund ambulanter Dienste ebenso wie meine Beteiligung an den Expertenrunden des Nds. Sozialministeriums (Pflege und Migration) sind eine gute Möglichkeit, auch politisch Einfluss nehmen zu können auf die Verbesserung von z. B. Rahmenbedingungen, unter denen Pflege stattfindet (Stichwort Bürokratieabbau in der Pflege).
Die Themen, die zwar heute schon wichtig sind, jedoch in Zukunft mehr denn je stärkere Bedeutung bekommen werden, sind eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf jenseits von Lippenbekenntnissen wie sie Kristina Schröder vorgelegt hat, eine stärkere Förderung der Entstehung alternativer Wohnformen als Alternative bestehender (stationärer) Strukturen sowie der Ausbau der Vernetzung der Einrichtungen und der Ausbau von Beratungsangeboten in kommunaler und privater Trägerschaft.
 

4. Frauen

Politisch und gesellschaftlich gewollt, in der Realität schwer umzusetzen: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere für Frauen. Um hier dafür zu sorgen, dass die Erwerbstätigkeit von Frauen erleichtert und gefördert wird, ist neben der Verbesserung der Infrastruktur (Stichwort Ausbau von Kitas und Krippenplätzen) aus meiner Sicht auch notwendig, flexible Arbeitszeitmodelle in der Wirtschaft zu fordern. Eine stärkere Einbindung von Frauen in die Führungsebene von Einrichtungen kommunaler Träger und privatwirtschaftlicher Natur ist ebenfalls notwendig.
Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, Euch im Wesentlichen zu verdeutlichen, welche Positionen ich vertrete und welche politischen Ziele ich verfolge.
Ich freue mich auf Fragen und Anregungen, aber auch auf einen konstruktiven Austausch mit Euch und danke für die Zeit, die Ihr Euch genommen habt.



 

 
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